Dominic Champagne
Writer and Director
Varekai, Zumanity
Director and writer of original show concept
The Beatles LOVE
Dominic Champagne, 1963 in Quebec geboren, ist ein
äußerst vielseitiger Künstler mit vielen Talenten. Seit er die
National Theatre School of Canada 1987 verlassen hat, ist
er überall in der Kulturszene Quebecs präsent. Mit mehr
als 100 Produktionen für Bühne und Fernsehen hat er sich
zahlreiche Preise und Anerkennungen verdient.
Für Dominic bedeutet der Zirkus eine Rückkehr zu seinen
Wurzeln. Im Alter von 20 Jahren, mittellos und allein in
Griechenland, schloss er sich dem Zirkus an und wurde
ein… Zirkusjunge! Was hat ihn diese Erfahrung gelehrt?
„Der Zirkus ist ein Ort, der Kameradschaft ermöglicht
und das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen
zu einer besonderen Quelle der Kreativität macht. Die
Vielvölkerumgebung im Cirque du Soleil ist inspirierend. Sie
fördert mein kreatives Denken.“
Inspirationen erhält er auch von Persönlichkeiten wie
Samuel Beckett, Charlie Chaplin, Gandhi und Martin Luther
King. „Ich wurde im Jahr der ‘I have a dream’-Ansprache
geboren. Ich gehöre zu der Generation, die das Ende der
Hippie-Ära und des gescheiterten American Dreams
miterlebt hat. Ich bin das Produkt von Träumen und
Ernüchterungen. Als Künstler möchte ich die Schönheit im
Elend zeigen, wenn jemand versucht, seiner Situation zu
entfliehen.“ Als Enkel eines Richters und eines Schweißers
bemüht sich Champagne darum, das Erbe beider Großväter
in jedem seiner Projekte zum Ausdruck zu bringen.
Im Jahr 1992 erregte Champagne mit seiner Show “Cabaret
neiges noires“ in der Öffentlichkeit und bei seinen
Künstlerkollegen großes Aufsehen. Die Show entstand in
Zusammenarbeit mit seinen Kollegen des “Théâtre il va
sans dire”. Inspiriert durch Martin Luther Kings berühmte
Ansprache, handelte es sich um ein sowohl vom Inhalt als
auch vom Medium her hoch innovatives Stück. Das Skript
ist zynisch, poetisch, finster und lustig zugleich, während
die festliche und hemmungslose Inszenierung Schauspiel,
Lieder und Musik vereint. Dominic Champagnes Taktik
ging auf: Es gelang ihm, einen kritischen Blick auf diese Ära
zu werfen und damit neue Zuschauer für das Theater zu
gewinnen. Die Show wurde seit ihrer Entstehung mehr als
100 mal aufgeführt.
1998 arbeitete Champagne an der Bühnenfassung und
Regie von Cervantes Don Quixote, die Rekordzahlen von
Zuschauern in Montreals “Théâtre du Nouveau Monde”
lockte. Im Jahr 2000 wiederholte er dieses Kunststück mit
der Inszenierung von Homers Odyssee. Die Aufführung
erzielte neue Zuschauerrekorde und beeindruckte niemand
anderen als Andrew Watson, den Kreativdirektor von
Varekai: „Ich bin überzeugt, dass jeder Zuschauer, egal
welche Sprache er spricht, die Reise von Odysseus verstehen
konnte. Dominic braucht keine Wörter, um eine Geschichte
zu erzählen.“
Champagnes Arbeit für Theater und Fernsehen brachte ihm
im Jahr 2002 eine Einladung des Cirque du Soleil ein, das
Skript für Varekai zu schreiben und dabei Regie zu führen.
Champagnes nächste Aufgabe für den Cirque du Soleil war
die Co-Regie von ZUMANITY (2003) zusammen mit René
Richard Cyr. Im Rahmen seiner jüngsten Zusammenarbeit
mit dem Cirque du Soleil schrieb und regissierte er LOVE, das
im Juni 2006 im Mirage Hotel in Las Vegas Premiere hatte.