Daniele Finzi Pasca
Für Daniele Finzi Pasca ist Corteo eine vollkommene Show, bei der er alle Erfahrungswerte, die er bisher in seiner beruflichen Laufbahn sammeln konnte, einbringen kann. Als junger Mann, der in der Schweiz aufwuchs, war er ein wetteifernder Turner. Danach arbeitete er in einem Zirkus und machte sich daraufhin in der Theaterwelt als Autor und Intendant einen Namen.
Daniele wurde in eine Familie von Fotografen geboren. „Meine Mutter entwickelte sich dann aber zur Malerin weiter“, sagte er. „In meiner Kindheit war ich von Bildern und Symbolik umgeben. Ich habe sie in Bewegungen verwandelt.“
Das prägendste Ereignis seines Lebens war eine Reise nach Indien, wo er sich als Volontär um unheilbar kranke Menschen kümmerte. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz gründete er ein Ensemble, das den Namen „Sunils Clowns“ trug und 1986 in „Teatro Sunil“ umbenannt wurde. Das Teatro Sunil ist noch immer sein Zuhause, Daniele ist aber auch weltweit mit seinen eigenen Produktionen und als gastierender Intendant für andere Theater- und Zirkusensembles unterwegs.
Als produktiver Autor beschränkt sich Daniele in seiner Kreativität nicht auf die Bühne. Er hat auch Come acqua allo specchio, eine Sammlung an Kurzgeschichten, veröffentlicht. (Die Show Passo Migratore basiert auf einer der in dieser Sammlung enthaltenen Geschichten.)
Danieles lebenslange Faszination für Clowns und die Clownkunst begann mit dem berühmten Circus Nock, in dem er eine akrobatische Clownnummer aufführte. Seitdem hat er für diese Tradition einen ganz eigenen Ansatz entwickelt, den er in Kursen und Workshops, die für Ensembles und Organisationen wie beispielsweise der kanadischen National Circus School und dem Cirque du Solei abgehalten werden, weltweit vorstellt. Darüber hinaus übernahm er die Leitung der berühmten Cirque Eloize-Shows Nomade - La Nuit le Ciel est Plus Grand und Rain - Comme une Pluie dans Tes Yeux.
Bei Corteo geht es um den Tod und die Beerdigung eines Clowns, und man greift auf eine Clownfigur aus einer Zeit zurück, in der der Zirkus noch nicht einmal erfunden war. Damals waren Clowns noch nicht mit den Klischees behaftet, die wir heute kennen, sondern sie waren viel komplexere Wesen. Daniele erklärt, dass sich die Show „auf einer seltsamen Ebene zwischen Himmel und Erde abspielt, auf der zwischen Göttern und Menschen durch das Medium Zirkus eine Wechselwirkung stattfindet.“
Beim Ambiente der Show sind viele architektonische Inspirationsquellen spürbar, besonders die Kathedrale und das Labyrinth von Chartres, die für Daniele Finzi Pasca die Reise des Lebens symbolisieren. „Das Labyrinth stellt eine lange Reise dar: Wer sich finden möchte, muss sich erst einmal verlieren“, erklärt er.
Daniele Finzi Pasca wurde 1964 in Lugano, Schweiz, geboren.